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Montag, 27. Juni 2011

SCOUT ANZEIGENSCHALTUNG - EIN KOSTSPIELIGES UNTERFANGEN

Was der begeisterte Konsument der untergrundigen Musik oftmals beim Durchblättern oder dem emsigen Studium zeitgenössischer Publikationen übersieht, sind die mit viel Mühe und Liebe zum Detail gefertigten Anzeigenschaltungen zum Zwecke der Promotion eigener Labelproduktionen.

Dass diese notwendige Art der Werbung oftmals wie von Geisterhand beflügelt, die ein oder andere Rezension oder kleinere Berichterstattung der in den Anzeigen beworbenen Interpreten mit sich brachte, ist mehr als beachtlich.

Doch ist diese verbreitete Form der Promotion nicht kostenlos wie die gescannte Anzeigenrechnung eines dem Leser dieses blogs wohl bekannten Musikmagazins zeigt. Auch wenn es sich bei dem Betrag um die gute, alte D-Mark handelt, so wird der ein oder andere Blogleser ein gewisses Erstaunen nicht unterdrücken können.


Und wenn man bedenkt, dass ähnliche Schaltungen auch in anderen Magazinen vorgenommen wurden und zusätzlich noch ein beachtliches Kontingent an Promo-CDs versendet wurde, ist es nicht schwer grob zu kalkulieren, wie viele Tonträger einer Veröffentlichung man an den/die Mann/Frau bringen musste, um den sogenannten "Break-Even" zu erreichen.

Was man für den in der Rechnung ausgewiesenen Betrag beispielsweise bekam, sieht man auf dem Scan. Weitere ähnlich gelagerte Beiträge werden folgen.

Montag, 13. Juni 2011

DRAGNET EINFLÜSSE - ARTWARE


Sicherlich passt es ganz gut in den blog, einige konkurrierende und gleichzeitig partnerschaftlich verbundene Weggefährten dieser teils abenteurlichen Zeit zu porträitieren. Solche Beiträge erhalten künftig das Label (Stichwort) ZEITGEIST. Besonders in der Industrial-Szene profitierten damals alle voneinander. Ohne grossangelegte Tauschdeals von Eigenproduktionen, wäre es auch für DRAGNET schwer gewesen, ein derart umfassendes Programm aufzubauen.

Ich gebe an dieser Stelle gerne zu, dass noch vor der Ladeneröffnung, der Mailorderkatalog von ARTWARE, sowie die Münchener 'In Search Of Extremists - Listen' von FRANZ LIEBL einen prägenden Einfluss auf mich ausgeübt haben. Auch die unzähligen, meist angenehmen Telefonate mit Donna (eigentlich Donata) Klemm sind mir noch gut in Erinnerung. Damals regelte man die Dinge noch per Telefon oder mittels handgeschriebener Postkarten, da e-mails in hiesigen Landen noch gänzlich unbekannt waren.


Ähnlich wie bei Uli Rehberg, dem ehemaligen Betreiber des legendären Hamburger Plattenladens UNTERM DURCHSCHNITT, erhielt man mitunter auch kleine schreibmaschinengefertigte Zettelchen rudimentären Inhalts, die letztendlich aber auch ihren Zweck erfüllten. Glücklicherweise fand ich ich derartiges Artefakt in dem Mailorderkatalog von 1989.

ARTWARE's Sitz war in Wiesbaden und die Betreiber waren besagte Donna und ein Uwe, mit dem ich aber so gut wie nie zu tun hatte. ARTWARE hatte ein sehr ansprechendes und umfassendes Programm zusammengetragen, ohne dabei aber so aufdringlich elitär wie beispielsweise RECOMMENDED / No Man's Land wirken zu wollen. Besonders bemerkenswert war auch das grosse Angebot an untergrundigen Printmedien. Neben den Hauptkatalogen erschienen sehr unrelmäßig und fast immer verspätet sogenannte Artware Lagerlisten.

Ich habe vor DRAGNET einige D-Mark zum Aufbau meiner eigenen Sammlung, bei Artware lassen müssen und denke gerne an die spannenden Momente zurück, wenn ein neues Paket ankam und mein Kopfhörer für Stunden und teilweise halbe Nächte seiner angedachten Bestimmung zugeführt werden durfte. Ähnlich dürfte es in den Folgejahren einem sympathischen Teil der DRAGNET Mailorderkunden gegangen sein.

ARTWARE hat dann auch so ungefähr zur DRAGNET Auflösungszeit Ende der 90er die Eigenlabelaktivititäten eingestellt, scheint aber immer noch auf andere Art und Weise in der Szene aktiv zu sein.

Sonntag, 12. Juni 2011

GEPLANTE SCOUT SINGLE VON TWO DOLLAR GUITAR



Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und 2 gute Tracks machen noch keine lohnenswerte CD. Dies wäre ein sehr passender Anti-Werbeslogan für die CD 'Let Me Bring You Down' von TWO DOLLAR GUITAR. Ein Projekt von Tim Foljahn und SONIC YOUTH Drummer Steve Shelley.

Wir hatten eine SCOUT Single Veröffentlichung zur Festigung unserer musikalischen Ausrichtung angedacht, und zwar mit THE WELL SONG als A-Seite und BLOOD ON THE PALM als B-Seite.

Es war seitens TDG zwar grundsätzliches Interesse vorhanden, doch wollte man sich zum ersten nicht mit dem Freiexemplardeal und exklusivem Vertriebsrecht in den USA zufriedengeben und zum zweiten sollten wir nicht mit dem 'Etikett' SONIC YOUTH Drummer werben dürfen. Das Ganze löste sich in Wohlgefallen auf und als positives Resultat bleiben zwei Blog-Singles-Club Tracks zur Verwendung erhalten.

The Well Song

Blood On The Palm

Samstag, 4. Juni 2011

VERTIGO BUS - DEMOTAPE 1994



Als die Musikerin und Aktivistin Patty Herlevi gemeinsam mit dem Produzenten Jack Endino 1988 die Zusammenstellung Secretions veröffentlichte, um auf die szenefeindlichen Auflagen der Stadt Seattle aufmerksam zu machen, scharte sie zu diesem Zweck eine ortsansässige Allstar-Truppe um sich, die den Namen VERTIGO BUS erhielt.

Neben Herlevi, die sang und Gitarre spielte, nahmen auch Rhonda Pelikan von CRYPT KICKER 5 (Gitarre), AMY DENIO und Dave Brooks von COFFIN BREAK (Schlagzeug) an der Aufnahme von Vertigo Bus' Debütsong NEVADA teil. Der Output der Gruppe beschränkte sich dann allerdings auch auf dieses Stück zum guten Zweck.


So weit die Internetrecherche.

Was aber dem unermüdlichen Online-Surfer bisher vorenthalten wurde, ist die (physikalische) Tatsache, dass besagte PATTI-LYNNE HERLEVI im Jahre 1994 noch einmal einen Versuch unternahm das Projekt VERTIGO BUS (guter Name übrigens), diesmal jedoch mit anderen, eher unbekannten Mitstreitern, wiederzubeleben.

Zu diesem Zwecke produzierte man ein geschmackvoll präsentiertes Demotape mit vier Stücken. Ob UNSER Exemplar damals an SCOUT oder ELVES adressiert war ,kann ich nicht mehr sagen, da ich in der jetzigen Kellerkartonagenadministration keinen Schriftwechsel finden konnte.

Ich kann mich aber noch sehr gut erinnern, dass ich den Track CASTANET CROWS als Single angedacht hatte. Der Rest der Kassette ist, gemessen an diesem Stück, das mich übrigens sehr angenehm an MARISSA NADLER erinnert, erstaunlich schwach.
Leider musste ich den vorher hörbat gemachten track auf Wunsch der Sängerin (siehe Kommentar) entfernen.