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Mittwoch, 29. Dezember 2010

BLACK BLACK CHEWING GUM



Das voraussichtlich letzte Posting dieses Jahres. Nun sind es zu meiner eigenen Überraschung doch 63 Beiträge im ersten Blogjahr geworden. Das ist weitaus mehr als avisiert und erwartet.

Mal sehen, wie es im nächsten Jahr läuft.

Zum Abschluss 2010 ein kleines Schmankerl für Ehemalige, die ebenso wie ich, in regelmäßigen Kontakt mit JACK OR JIVE kamen.

Als japanische Spezialität, zumindest im Kaugummisektor, wurden wir regelmäßig mit den abgebildeten Chewing Gums beschenkt. Sehr eigentümlich und exotisch im Geschmack.

Der ein oder andere 'Beschenkte' wird sich gewiss an den Geschmack erinnern und an die kindliche Freude der japanischen Gäste, wenn man unwillkürlich aufgrund der geschmacklichen Fremdartigkeit das Gesicht verzog.

Erstaunlich auch, was man so alles aufbewahrt...Guten Rutsch allerseits...

Montag, 27. Dezember 2010

DRAGNET versus SONY


Wie bereits in einem früheren Beitrag angekündigt, gibt es eine hübsche und für die Entwicklung der Dragnet'schen Geschäftszweige nicht unerhebliche Geschichte zu erzählen, die sich im Herbst 1993 zugetragen hatte.

Bereits auf der Kölner Popkomm wurde ich am riesigen SONY Stand gewahr, dass besagter Konzern ein Indielabel und eine Marketingabteilung mit dem hübschen Namen DRAGNET RECORDS gegründet hatte und mit ziemlichem Promotionsaufwand, nicht nur die aktuelle und auf eben diesem Sidelabel erschiene Veröffentlichung von BAD RELIGION zu bepreisen, sondern auch das im Aufbau befindliche Label/Etikett werbewirksam zu etablieren.

Zu diesem Zwecke war nicht nur der Stand mit Flyern und Postern mit dem nicht unattraktiven Logo dieses Labels übersät, sondern es gab auch eine Promotions-CDs mit einer Auswahl erschienener oder geplanter Veröffentlichungen. Zwar enttäuscht ob dieses Namensvetters, gedachten wir aber weiterhin in friedlicher Koexistenz die industrielle Musiklandschaft zu bereichern.

Kurz nach der Popkomm erhielten wir jedoch den Anruf eines Rechtsanwaltes der SONY, der unmissverständlich zu verstehen gab, dass die Existenz eines zweiten DRAGNET Labels zwangsweie zu einer Irreführung des Marktes führen würde, und wir innerhalb allerkürzester Zeit 'unsere' Marke Dragnet (wie es im Juristenjargon heißt) einzustellen und bestehende Produktionen zu vernichten oder mit entsprechend neuer Inlayetikettierung zu versehen hätten.
Auch aus Unerfahrenheit davon ausgehend einem Sony Rechtstreit (auch und vor allem finanziell) nicht gewachsen zu sein, gab ich während dieses Telefonats gedanklich bereits den Namen auf und in einem schelmischen Anflug von Autoritätsignoranz erdreistete ich mich zu fragen, ob es denn eine Art Sony-Kaffekasse gäbe, die meine Energie zur noch rascheren Umsetzung einer Namensänderung freisetzen könnte. Zu meiner sehr grossen Überraschung verstummte der Anwalt kurz und fragte, an welchen Betrag ich denn gedacht hätte. Nach Nennung eines wirlich geringen Betrages im mittleren vierstelligen Bereich, bat der Herr Anwalt sich einige Tage Bedenkzeit aus, um diese Möglichkeit mit seiner Mandantin zu besprechen.

Kurze Rede, langer Sinn!
Damit war ich geweckt!!
Ich dachte mir sofort, wenn ein so grosses Majorlabel juristisch nichts zu zahlen hätte, dann würde es auch nichts zahlen. Daraufhin konsultierte ich eine Rechtsanwaltsgrösse auf der Theaterstrasse, der klar und deutlich meinte, dass wir nur einige Beweise ans Tageslicht zu fördern hätten, die eindeutig die frühere Benutzung der Marke, bzw. Labelbezeichnung DRAGNET RECORDS dokumentieren würden. Damit könnten wir dann eine sogenannte Priorität der Marke nachweisen.

Dies gestaltete sich relativ einfach, da wir bereits mehre Veröffentlichungen unter dem Labelnamen, inklusive diverser Anzeigenschaltung in gängigen Magazinen vorzuweisen hatten. Dazu kamen vertragliche Vereinbarungen mit Vertrieben wie EFA oder der FNAC-Kette in Frankreich, die die Labelbezeichnung dokumentierten. Und dies alles gut 2 Jahre BEVOR Sony-Dragnet aktiv wurde.

Auf Anraten unseres Anwalts verklagten WIR nun Sony auf Rücknahme IHRER Dragnet-Marke inklusive der daraus resultierenden Änderungen bereits hergestellter CDs und Inlays oder aber der Zahlung einer mehr als beträchtlichen Summe, um den Namen zu behalten. Daraufhin würden WIR den Labelnamen ändern, jedoch sollte dies nicht die Namensführung des Ladenlokals betreffen.

Nach vielen Schriftwechseln und Betragdrückungsversuchen erklärte sich die SONY letztlich bereit, die geforderte Summe zu zahlen, die es uns mehr als erleichterte die Labelbezeichnung von DRAGNET RECORDS in DRAG&DROP zu ändern und die das Startkapital bildete, um mit unserem "grossen" Label SCOUT RELEASES an den Start zu gehen.

SCOUT wurde übrigens in den Folgejahren ebenfalls zweimal mit einer Klage gedroht; dazu aber in einem späteren posting mehr...

Mittwoch, 15. Dezember 2010

VIVENZA CD AUF DRAG & DROP


Die Labelnummer DDI 3332 aus dem Jahre 1995 war und ist etwas ganz Besonderes im Katalog des Drag & Drop-Labels: Eine Veröffentlichung des Franzosen Jean-Marc Vivenza, ein Mann, für den der Begriff „Legende“ durchaus angebracht ist:

Aktiv seit den frühen 80er Jahren ist er in seiner Bedeutung für die Industrialmusik sicher in einer Liga zu sehen mit Acts wie Esplendor Geometrico, Etant Donnes oder Le Syndicat. Dabei steht er mit seinen stringent schwarz-weiß-roten Coverdesigns und seiner konsequent „bruitistischen“, also maschinell-puristischen Klangkunst für einen unverwechselbaren eigenen Stil.

Die CD „Fondements Bruitiste“ enthält neben den zwei Stücken der gleichnamigen Single von 1984 noch die vier Stücke des 1985er-Tapes „Essentialité Métallique“ und einen Exklusivtrack (den es zuvor nur in abgewandelter Form auf einem unbeschaffbaren Tape-Sampler gegeben hatte).

Unbarmherzig bohrt sich die Monotonie industriellen Schaffens in die Gehörgänge, bar jeder Musikalität im eigentlichen Sinne entsteht eine faszinierende Rhythmik und treibende, stringente Struktur des Lärms, der sich schließlich aufzulösen scheint in eine entmenschlichte, unangenehm komfortable akustische Kulisse. Advanced Listening, aber überaus lohnenswert, ich oute mich hiermit offiziell als Fan.

Ein Posting über Vivenza wäre wohl kaum komplett ohne den Hinweis auf die dunkle, bzw. in diesem Falle braune Seite dieses Herrn: Denn tatsächlich scheint er in den 90ern mit seinem zweiten Standbein, der Philosophie, am rechten Rande auffällig geworden zu sein. In bester Tradition des Futurismus huldigte er in diversen Pamphleten einer technokratischen, allein dem Fortschritt verschriebenen Gesellschaft und der Abkehr von den aufklärerischen Prinzipien der Menschenrechte und geriet somit in die Zirkel der intellektuellen Nouvelle Droite.

Da sich Vivenzas schriftstellerisches Wirken rein auf den französischen Raum beschränkt, war uns damals von alledem schlichtweg nichts bekannt, und genaue Informationen über den Inhalt seiner Schriften sind eigentlich bis heute nicht aufzutreiben – damals, prä-Internet, schon mal gar nicht. Ob die CD dennoch erschienen wäre, kann ich aber nicht beantworten.

Sicher hätte ich es mir aber sehr gut überlegt, ob ich im Jahre 1995 gemeinsam mit einem Freund ein Konzert von Vivenza ausgerechnet im Autonomen Zentrum (!) organisiert hätte. Im Nachhinein bin ich aber sehr froh, denn der Herr war mitnichten ein Widerling, sondern überaus sympathisch und freundlich, wenn auch äußerlich etwas konservativ- eine Art Ralf Hütter mit Underground-Patina.

Auch für seine Show passt der Vergleich: Eine Art Mischung aus Kraftwerk und Vincent Price als Dr. Phibes – atemberaubend großartig!

Wenn man das Internet durchforstet, findet man Hinweise darauf, dass Vivenza inzwischen sein Wirken vollends in den Bereich der Philosophie verlegt hat – und in seinen Gedankengängen inzwischen ausgerechnet beim Buddhismus angelangt sein soll.

Tatsächlich lässt mich das mit noch weniger Reue darüber freuen, dass das französische Label Rotorelief zur Zeit das tut, was Drag & Drop leider nicht mehr tat: Auch den übrigen Backcatalogue von Vivenza veröffentlichen.


Vivenza - Fondements Bruitiste by atomfan

Dienstag, 7. Dezember 2010

DAS TARGET WEIHNACHTSESSEN



Eine wirkliche TARGET Tradition war und ist das alljährliche Mitarbeiter - Weihnachtsessen. Dieses gemeinsame Essen, inklusive anschliessender Aachen Expeditionen und als Resultat dann nur noch fragmentarische Erinnerungen an das Nachhausekommen, fand seine Premiere am ersten Jahresende nach dem Einzug in die Räumlichkeiten in der Weststrasse im Jahre 2000.

Es fiel nicht ein einziges Jahr aus und wurde (fast) immer im Anschluss an die lästige Inventur gestartet.

Ich finde es sehr schön, dass auch nach der Beendigung des Geschäftsbetriebes im Jahre 2008, diese Tradition mit dem wirklich harten Kern der Mitarbeiter fortgeführt wird. So auch in diesem Jahr.

Glücklicherweise bin ich eines Fotos habhaft geworden, auf dem besagte Mitarbeiter nicht wirklich - ausser von Ihnen selbst - zu erkennen sind. Wer das Foto schiesst, dürfte klar sein. Aufgenommen im Westpark auf dem Weg in die Stadt.

Welches Jahr? Mmmh..bin nicht ganz sicher..was meint ihr?