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Montag, 30. Mai 2011

DRAGNET RECORDS VISITENKARTE



Da der Erzähler vor geraumer Zeit den Bereich Visitenkartengeschichten eröffnet hat, möchte Ich dazu einen ganz kleinen Beitrag leisten.

Die erste gedruckte DRAGNET Visitenkarte mit neuer Postleitzahl.

Dienstag, 24. Mai 2011

UPTIGHTY - SCOUT DEMOTAPE 1993



Ein hervorragendes Demo-tape, wie ich finde, erreichte uns in den frühesten SCOUT Tagen, also 1993/94 von einer Truppe aus Chicago namens UPTIGHTY, die, und hier sei diese unsägliche Phrasierung einmal erlaubt, das 'Haus rockte'.

DIESES Tape erschien im Wesentlichen (aber eben doch nicht ganz so) etwas später auf dem 22 Unterlabel grossen, eigenwilligen und wärmstens zu empfehlenden PARASOL Label. Es sollen bis zu 13 Vollblutmusiker an diesem Debut mitgewirkt haben. Selbstverständlich passte diese Band/Musik/Haltung nicht zu der avisierten SCOUT Identity.

UPTIGHTY entstand aus der Wurzel 'LeRoy Bach', der bereits bei den ebenfalls sehr guten auf SUBPOP veröffentlichenden 5ive Style mitwirkte. Ausserdem wirkte er auf den zwei essentiellen LIZ PHAIR LPs mit. Die von und um ihn gruppierte Band bestand aus weiteren Vollblutmusikern, die nicht nur eine lokale Grösse waren, sondern auch ausserhalb von ILLINOIS auf sich aufmerksam machen konnten. Mehr oder weniger feste Mitstreiter, wenn nicht mit ihren anderen Bands auf Tour, waren Mitglieder von TORTOISE und THE SEA & CAKE.

Dieses Tape ist fester Bestandteil meiner Privatsammlung und wird immer wieder mal gespielt. Auf der Parasol-Seite wird UPTIGHTY's DEBUT wie folgt beschrieben:

Uptighty, a revolving jam session of a band, has assembled 13 of their finest players for their full length debut. Incorporating some of the swingingest from the Chicago scene, the disc gives the listener a great view of what Uptighty is all about; showing off the tight horns, all the singing and swinging, the full-length feature jams, and a rhythm section even Curtis Mayfield himself might listen to. Leroy Bach is the guitarist/vocalist, ring-leader, and constant member of Uptighty. He also plays bass for 5ive Style (Sub Pop) and was a member of Liz Phair's band for two albums... The band boasts members of Tortoise and the Tar Babies, also. Yes, Uptighty are members of the incestuous Chicago scene, not unlike their friends in Tortoise and The Sea & Cake, but with far more emphasis on funk. And true to the funk syle, they're all a bit wierd - sunglasses on stage, oversized plastic fingers and so on.

UPTIGHTY - ADVANCE DUB (Complete Tape)

Donnerstag, 19. Mai 2011

DIEBSTAHLWARNUNG BEI DRAGNET













Dieser angsteinflössende Aufkleber hing kaum sichtbar im Eingangsbereich an der Theke. Mit diesem kleinen Stück Papier haben wir es geschafft, dass sich niemand getraut hat, die in aller Welt zusammengetragenen musikalischen Wertgegenstände, widerrechtlich zu entwenden. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, eines Ladendiebes habhaft geworden zu sein. Irgendwie hatten wir auch nie so recht den Eindruck beklaut zu werden.

Zum ersten aus Mangel an potentiellen Ladendieben, die 'eh nicht wussten, was sie mit dem obskuren Vinylzeugs anstellen sollten und vor allem, da es ja keine CD's zum Klauen gab, sondern wie in einem früheren posting bereits geschildert, nur kleine graue Trennwände mit den Booklets erhältlich waren. Und die liessen sich, selbst mit den besten Hehler-Connections, nicht an den Mann bringen.

Zum Zweiten glaube ich, dass man einen Laden wie DRAGNET nicht beklaute. Gelegenheit gab es natürlich zuhauf, da wir, wie viele Stammkunden wussten, eine nicht unerhebliche Zeit in den Hinterräumen mit Kaffee kochen verbrachten. Wenn es mal länger dauerte, wurde der in diesen Momenten liebste Kunde vor Ort kurz gebeten, die Augen offen zu halten.

Es gab auch noch einen Nötigungszettel zum Abstellen von Taschen, Rucksäcken und Tüten. DEN habe ich allerdings nicht mehr gefunden. Nein ernsthaft, ich glaube nicht, dass wir eine grosse Diebstahlquote zu ertragen hatten.

Montag, 2. Mai 2011

HALF MAN HALF BISCUIT PROJEKT



Während der Erstellung des Colorblind James Beitrags kam mir ein ähnlich positioniertes -zumindest vom Ablauf her- Veröffentlichungsvorhaben in Erinnerung. Die hervorragende Band mit dem furchtbaren Namen Half Man Half Biscuit hatte mich in den 80ern und frühen 90er Jahren, wieder einmal Dank John Peel, ähnlich begeistert wie CJE.

Vor allem das zu dem Zeitpunkt der in den nächsten Sätzen zu erzählende Geschichte erschienene Album 'Macintyre, Tredmore and Davitt', hatte mich schwer begeistert. Und so geschah es, dass Ende April bei einem weiteren, meiner zahlreichen Londonaufenthalte, zufällig HMHB im kultigen MEAN FIDDLER spielten.

Ich traf mich am gleichen Tage, dem 28.April mit einer schottischen Künstlerin, deren DEMO-tape für ELVES mich sehr begeisterte und die Erörterung einer evtl. Produktion inklusive entsprechender Handlungsabläufe erstreckte sich über den gesamten Nachmittag und frühen Abend.

Da ich ihr von dem später stattfindenden HMHB Konzert erzählt hatte und sie wohl auch dachte, ihre Begleitung könne einem freundschaftlichen Künstlerin/Produzentenverhältnis durchaus dienlich sein, erbot sie sich, mich zu begleiten. Sicherheitsalber mit ihrem Freund oder Lebensgefährten oder beidem ...man weiß ja nie... Das Demotape der jungen Dame wird wohl auch in Bälde gepostet.

Wie auch immer... jedenfalls konnte sie ihr Desinteresse während des (sehr guten und lauten) gigs nur schwerlich verbergen und nach einer knappen Stunde verabschiedete sie sich wegen irgendwas. Habe ich leider vergessen.

Nicht vergessen habe ich dagegen, mein Gespräch mit dem Labelchef Geoff Davies, 'Head' des hervorragenden Labels PROBE PLUS, auf dem auch HMHB veröffentlichten. Geoff stand, gemeinsam mit einer hippie-esken Schönheit hinter dem Merchandising-Tisch und war nach einer kurzen Vorstellung meiner Person, Aktionen und HMHB Interesses, sehr umgänglich und kommunikativ.

Ich schlug 'àus dem Bauch raus' vor, eine Greatest Hits oder Greatest Flops oder so CD von HMHB für Europa (also ohne England) zu veröffentlichen. Glücklicher -und auch seltsamerweise kannte er SCOUT wegen der ASHTRAY BOY Veröffentlichung, die er sehr mochte. Er meinte, ich solle doch nach meiner Heimkehr eine angedachte Trackinglist inkl. avisierter Trackreihenfolge zusammenstellen. Er verwies aber direkt auf 3 oder 4 Stücke die die Band sicherlich NICHT verwurstet haben wollte. Zu meinem direkten Bedauern auch die Single und 12inch 'No Regrets'. Zusätzlich verdeutlichte ich auch ein Interesse an anderen, evtl. in der Pipeline harrenden Neuveröffentlichungen, guten Probe Plus Bands wie OPHIUCUS oder THE DOONICANS.

Es erfolgten mehrere Schriftwechsel und einige Telefonate mit dem sehr sympathischen Geoff. Dennoch kam keine Produktion zustande, da die beiden genannten Bands nicht mehr existierten und Half Man Half Biscuit sich letztendlich nicht mit einer "Greatest Irgendwas" anfreunden konnten.

Der Scan der ersten Seite eines Faxes von Geoff Davies diene als Referenz zum Gesagten und das Layout mit dem Probe Plus Schriftzug ist einfach nur COOL.

Das Konzertplak(ätchen) zum besprochenen Abend, das der Grossteil der TARGET Mitarbeiter noch kennen sollte, wurde zwar im Laufe der Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen, hat aber trotzdem überlebt. Und JETZT sowieso.