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Freitag, 19. Februar 2010

DRAGNET - DIE CD SORTIERUNG



Als Anfang der 90er die CDs immer mehr Anteile des Ladenprogramms an sich reißen wollten, stellte sich die nicht unerhebliche Frage, wie man Platz schaffen könne ohne auf die Quantität des Vinylangebots verzichten zu müssen. Es wurde nicht nur eine sehr platzsparende, sondern auch eine ästhetische Lösung (im Besonderen für die Vinylisten) gefunden. Das unsympathischste an dem Medium CD war/ist das Plastik der CD-Jewelcases und des Trays.


Das recht arbeitsintensive Handling die CD Produkte zugänglich zu machen, sah wie folgt aus: Zuerst mussten die Neueingänge in einen ATARI (jawohl!) Computer eingegeben werden. Genaugenommen in ein von einem Betreiberfreund namens Mathias geschriebenes Etikettenprogramm. Also Interpret/Titel/Label/Preis und falls möglich eine kurze, präzise Kurzanmerkung. Diese wurden dann auf Etiketten gedruckt und auf eigens zugeschnittene graue Plastikwände geklebt. Dann wurde das Booklet entnommen und unter das Etikett auf die Plastikwand gelegt. Darüber wurde dann eine PVC CD-Plastiktasche geschoben. Die Original-CD inkl. Tray und Inlaycard wurde im kleinen Lager des Shops (auf dem mäßigen Foto ist nur eine Teilansicht zu sehen) alphabetisch wegsortiert, was nicht immer ganz fehlerfrei funktionierte.


Diese Art der Präsentation sparte immensen Platz. Auf dem CD-Tisch in der Mitte des hinteren Bereiches des Ladenlokals wurden insgesamt 32 Reihen mit jeweils 170-180 CDs pro Reihe angeboten.

Also deutlich ÜBER 5000 CDs.


Noch einmal gut 800 Industrial/Avantgarde CDs waren direkt beim entsprechenden LP-Material untergebracht. Diese besondere Art der Präsentation erforderte aber auch ein Umdenken der Kundschaft, das nicht immer ganz reibungslos verlief. Während der eine Kunde nach der Frage wo denn die CDs stehen, die Mundwinkel nach unten zog, ob der vermeintlich überschaubaren Auswahl oder ein weiterer Kunde vielleicht lange Zeit dachte, das CD-Angebot beschränke sich auf die drei bis vier 20er CD-Racks mit den aktuellsten Neuerscheinungen und 2nd Hand Neueingängen, die in all ihrer Plastikhässlichkeit wohlgemerkt DIREKT auf der Theke platziert waren. Nach und nach gewöhnte sich aber unsere geschätzte Kundschaft an das System und nicht wenige begrüßten die Kurzanmerkungen auf den Etiketten.


EINEN besonderen Fall aber gibt es dazu noch zu erzählen. Eines schönen Tages betrat ein mir bis dahin unbekannter Kunde den Laden, sah sich zufrieden um und landete schließlich bei dem CD-Tisch, wo er links bei A anfing, Titel für Titel durchzublättern und hin und wieder die ein oder andere Einheit länger begutachtete.Es gab nicht viele Kunden, die die Geduld hatten, das komplette CD-Programm mit einem Male durchzusehen, irgendwann wurden sie der Masse gewahr. Nicht so DIESER Kunde. Ich weiß nicht mehr wie lange er brauchte, aber es zog sich hin. Nach dieser langen Zeitspanne kam er dann OHNE ein Teil in der Hand zur Theke und fragte (Zitat): Haben sie auch CDs ??

Kommentare:

  1. Da habe ich eine schöne Anekdote zu ergänzen: Ein Kunde sucht sich zielstrebig die Trennwand raus mit dem Booklet zur Morrissey Maxi-CD "Hold on to your friends", schmeißt im Vorbeilaufen den aufgerundeten Kaufpreis auf die Ladentheke, ruft "Stimmt so!" und verlässt im Laufschritt den Laden. Ich habe ihn erst an der Ecke Theaterstraße einfangen und zur Mitnahme seiner bereits bezahlten CD (!) bewegen können.

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  2. Es gab auch Kunden, die gegen kleinen Aufpreis die graue Plastiktrennwand haben wollten !?

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  3. hallo...
    ich wollte das dies unter uns bleibt... aber schreiben sie auch manchmal was über
    ...The Kinks...

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  4. Klar war das System platzsparend, aber mich störte ein wenig, das man die Rückseite der CD-Box nicht sehen konnte. Ihr hattet ja immer nur das Booklet in den Taschen. Jedenfalls freue ich mich über diesen Blog, da werden alte Erinnerungen wach (schnief)

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  5. Ach, ihr hattet auch CDs, wenn ich das mal gewusst hätte...;-))

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  6. Klasse Blog, Leute. Macht Spaß!

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